Überwachung im ÖPNV: Es ändert sich was

derwesten.de: Essen bekommt intelligente 410 Extra-Kameras tief unten in der U-Bahn und an die besonders gruseligen Haltestellen mitten auf dem A40-Ruhrschnellweg:

Dabei sollen die Kameras mitdenken. „Das System wird zukünftig einige Beschädigungen selbstständig erkennen, wie zum Beispiel Verunreinigungen durch Graffiti, unerlaubten Zutritt in den Gleisbereich oder das Entfernen von Gegenständen wie Feuerlöschern.“

Das System kann noch mehr. Bei Fahndungen etwa der Polizei können die Kameras den Befehl „Suche jemanden in einem dunklen Anzug“ ausführen und die dabei gefundenen Bilder automatisch auf den Bildschirm werfen.

Selbstredend in HD-Qualität. Doch gegen diese intensive, nicht-menschliche Beobachtung und 36-Stunden-Speicherfrist regt sich Widerstand:

Bei den Kunden ist das Echo gespalten. „Einerseits stört es mich derzeit noch nicht. Andererseits aber ist es irgendwann auch der Überwachung zu viel“, sagt Siegried Schütte-Tintel (56) aus Essen. Auch Jana Wilkowski (20) findet Überwachung nur in bestimmten Maßen in Ordnung. „Etwa an besonders dunklen Bahnhöfen. Sonst halte ich das für übertrieben.“

Das hörte man bisher eher nur von Anti-Überwachungs-Aktivisten. Endlich kommt das Thema in die Mitte der Gesellschaft.

Über Stefan Müller

Pirat und Zeitungsmacher.
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