Lebt der Kompass noch?

Die berechtigte Frage, ob der Kompass noch lebt, kann man eindeutig mit „Ja“ beantworten.

Seitdem es in der Struktur des Trägervereins wesentliche Änderungen gegeben hat, musste viel umgestellt und ein neues Konzept gefunden werden. Auch ein Haufen an Verwaltungsarbeit musste erledigt werden.

Zunächst wurden die Medienplattform „@PiratesOnAir“ integriert, Projekte definiert und angestoßen.

Nun werden wir uns wieder dem Print mehr zuwenden. Dafür suchen wir freie Mitarbeiter als „Contentlieferanten“ bzw. Leute, die einfach Spaß daran haben, über den alltäglichen Wahnsinn auf der Welt zu berichten und diesen ggfls. zu kommentieren.

Hierfür steht auch ein gewisses Budget zur Verfügung.

Insofern: “Don’t hesitate to contact us”: vorstand@denk-selbst.org

Wir freuen uns auf den Relauch, Themen sind ja genug da.

Der Vorstand

 

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Kompass Links 15. January 2017

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Verein für freie Farben ohne Fesseln

printing color

Dieses Foto ist komplett lizenzkostenfrei, der Farbfächer darauf ist es nicht. (Foto: Pixabay/CC-0)

Etwas für Leute, die sich um Gestaltung und Medienproduktion kümmern: die Farbsicherheit ist hier ein wichtiges Thema. Da kommt es darauf an, dass die schicke Hausfarbe … sparkassen-rot, piraten-orange oder reseda-grün … auf jedem Flyer, Screen, Schaufensteraufkleber exakt gleich ausschaut.

In der Welt der Drucksachen-Profis gibt es seit Jahrzehnten kommerzielle Organisationen, die sich um Farb-Standards kümmern – Farben abgleichen, durchnummerieren – gegen Berechnung. Die Farbdaten vom Marktführer Pantone sind schon mal überhaupt nicht frei verfügbar. Ein Problem für Entwickler von lizenzkostenfreier Grafiksoftware wie Scribus, Gimp oder Inkscape. Sie können diese wichtigen Farb-Listen nicht mitliefern.

Das soll sich nun grundlegend ändern, etwa so, wie das Wikipedia für Lexikonartikel oder OpenStreetMap für Kartendaten geschafft haben. Seit Ende 2016 haben interessierte Entwickler nach mehrjährig informeller Zusammenarbeit einen Verein ins Leben gerufen: “Freie Farbe e.V.” will nichts weniger als Farbe von Fesseln befreien! Aus den Zielen:

Wir möchten Entwicklungen fördern, die…

  • Farbe berechenbar machen
  • Farbe stufenlos anwendbar machen
  • Farbsysteme vergleichbar machen
  • Farbkommunikation vereinfachen
  • keine Lizenzkosten verursachen
  • Tipps und Hinweise geben zu einem konsistent korrekten Farbenworkflow
  • das vielfache Mysterium Farbe verständlich machen

http://freiefarbe.de

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Am 21. Januar haben wir es satt – Demo in Berlin

Wir haben es satt

Auch das ganz tierfreie Essen wurde auf der 2016-Demo thematisiert. Foto: manecke CC Attribution-ShareAlike License

21. Januar 2017, 12 Uhr, Potsdamer Platz: die siebte “Wir haben es satt”-Demo will wieder wieder Zehntausende auf die Berliner Straßen bringen. Thema: ja zu einer bäuerlich-ökologischeren Landwirtschaft, gesundem Essen und fairer Handel ohne den sogenannten “Freihandel”.

Mehr Infos auf http://www.wir-haben-es-satt.de/start/aufruf/

 

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Grundrechte abschalten: Städte für mehr Überwachung

anschlag berlin

Kerzen nach dem Anschlag. Foto: Lepantho CC Attribution-NoDerivs License

Nach den diversen Anschlägen wird auch in Zeitungskommentaren nach fixen Überwachungslösungen gerufen, zum Beispiel in der WAZ vom 26.12.2016: „Nach dem Berliner Anschlag muss der Staat das Bedürfnis der Bürger nach mehr Sicherheit ernstnehmen – und sei es durch Videoüberwachung.“ Als ob vorher nichts passiert wäre.

Nun will der Hauptgeschäftsführer des Städte- und Gemeindebunds, Gerd Landsberg, die Videoüberwachung in den Innenstädten und im öffentlichen Nahverkehr weiter aufbohren.

Der NRZ sagte er, die neue Filmerei diene der Prävention und der erfolgreichen Strafverfolgung. „Gerade im Bereich der kameragestützten Überwachung des öffentlichen Raums bieten die technologischen Innovationen völlig neue Chancen“, sagte Landsberg laut dem NRZ-Bericht. „Mittels intelligenter Systeme ist es zielgenau möglich, Verdächtige zu identifizieren sowie Straftaten zu verhindern und zu ahnden, ohne dass Komplettaufzeichnungen notwendig sind.“

Wenn man solche Forderungen, wie die von Gerd Landsberg morgens beim Frühstück liest, fällt einem echt das Essen aus dem Gesicht.

Geht der Überwachungsschwachsinn, also wieder von vorne los. Politiker betonen immer wieder, wir dürften unsere Werte nicht verraten nach einem Terroranschlag. Ausweitung und Intensivierung von Videoüberwachung ist ein Verrat an unseren Grundwerten!

Freiheit und Überwachung sind miteinander unvereinbar. Man kann nicht das eine ausweiten, ohne das andere zu beschneiden.

Und in der Berichterstattung, die ich bisher darüber las, werden nur die wilden Behauptungen von Herrn Landsberg wiederholt. Nach Fakten sucht man vergeblich. Wo ist überhaupt der Beleg, dass nicht nur Herr Landsberg diesen Unsinn fordert? Ob Herr Landsberg wohl von der Installation von Videoüberwachung profitiert? So wie er diese als Allheilmittel anpreist, könnte man dies fast annehmen. Oder ist dies nur Lobbykratie, bedingt durch schlechte Berater?

Welche Städte und Gemeinden haben dies überhaupt gefordert? Wie soll ein Sicherheitsplacebo, wie Videoüberwachung überhaupt die Sicherheit erhöhen? Zumal ein Großteil der Überwachung nicht rechtskonform sein dürfte. Angefangen bei der unzureichenden einheitlichen Kennzeichnung, welche die Wirkung ohnehin zunichte macht, bis hin zu zu prediktiver Software.

Ich mutmaße mal, dass auch hier der Populismus überwiegt, denn die Programme haben direkt mehre Mängel. Erst einmal ist die Erkennung nicht sonderlich gut. Dann stellt sich die Frage, was verdächtiges Verhalten ist. Wenn man länger wartet, ist das verdächtig? Oder wenn man rennt, um noch seinen Zug zu erwischen, ist das verdächtig? Ist es verdächtig, wenn man seinen Koffer vergisst? Könnten dies die Programme überhaupt erkennen?

Neben der Erkennung zeigen die zahlreichen Fälle mit Sicherheitslücken, wie etwa jüngst bei Flugbuchung, dass dieses System manipulierbar ist, was zu einer trügerischen Sicherheit führt.

Was aber solche Programm unvereinbar mit den Grundrechten macht, ist die Abkehr von der Unschuldsvermutung. Allein durch eine Algorithmus wird bestimmt, wer verdächtig und damit in seinen Grundrechten eingeschränkt wird. Vollbart, dunkle Haare, Koffer vergessen und schon steht das Sondereinsatzkommando vor der Tür.

Videoüberwachung ist Rasterfahndung, die uns als Sicherheit verkauft werden soll.

Der Artikel enthält auffällig viele Behauptungen und keinen einzigen Beleg. Wie viele Bürger fühlen so? Wie viele Bürger würden sich sicherer fühlen. wie viele Städte fordern die Abkehr von Grundrechten? Wie viel Videoüberwachung wird derzeit überhaupt rechtskonform durchgeführt? Warum kann man nicht innerhalb von 48 Stunden reagieren? Sind die Personalkörper zu langsam? Ist es überhaupt rechtskonform, Videoüberwachung nur zur Verhinderung von Sachbeschädigung durchzuführen?

videoüberwachung

Alles im Blick? Foto: jo_web CC Attribution-ShareAlike License

Grundrechte von 99,9999 % der Bevölkerung wegen des Restes einschränken ist in etwa so sinnig, wie präventiv alle Hühner in Deutschland zu töten, weil es ja Vogelgrippe geben könnte. Prävention von Vandalismus ist etwas gegen die Ursachen zu unternehmen und nicht die Auswirkungen zu bekämpfen. Wer Krebs hat, bekommt sicherlich auch keine Hautpflegecreme, sondern man greift die Krankheit und nicht das Symptom an.

Für Überwachung sind nur Überwachungsfanatiker, Hassprediger, Überwachungspopulisten und Überwachungsprofiteure.

Und nach dem nächsten Anschlag? Brauchen wir dann eine Zentrale für Staatssicherheit? Kreisen dann bald Überwachungsdrohnen über unseren Köpfen? Muss man dann bald zu informationeller Notwehr greifen? Wo sind die Journalisten, welche nicht einfach jede Pressemeldung übernehmen, sondern diese auch mal tiefgehend hinterfragen?

Und wer hat sich mal die Seite des Städte und Gemeindebundes angeschaut? Ohne aktiviertes Javascript wird im Impressum keine Emailadresse eingeblendet, obwohl diese unmittelbar und m.W. auch barrierefrei erreichbar sein muss.

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Kompass Links 25. December 2016

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Zeichen der Angst

Es ist immer wieder erschütternd, wie viel Hass in manchen Menschen steckt. Damit meine ich jetzt weniger die Terroristen, als vielmehr die Menschen, die gar nicht mehr merken, wie sehr sie sich im Netz der Angst verstrickt haben. Viele werden aus Angst selbst zu Hasspredigern, die es nicht einmal merken und wenn man darauf hinweist, aggressiv werden.

Terroristen sind keine Flüchtlinge, keine Tunesier, keine Gläubige oder sonst etwas, sondern einfach nur Arschlöcher. Die Taten einzelner auf eine Gruppe zu schieben ist Rassismus. Eine Gruppe wegen solchen Taten zu verurteilen sind Vorurteile. Und Aggressionen gegen andere, die einen auf so etwas hinweisen, sind nur Zeichen der Angst und des daraus resultierenden Hasses.

Wer also sind die schlimmeren Hassprediger? Jene, die zu Terrorismus aufrufen oder jene, die sich mit Vorurteilen profilieren wollen? Jene, denen es um Macht geht, um krude Pläne umzusetzen, die nur noch mehr Angst, Hass und Gewalt verwirklichen?

Veränderung mag Angst machen, aber Veränderung ist ständig. Veränderung ist das, was wir daraus machen.

Darum hier mal eine kleine Botschaft.
LIES!
VERSTEHE!
BEHERZIGE!
hassundangst

Die Botschaften sind klar, schade nur, dass so wenige sie verstehen und beherzigen. Ich mag zwar nie ein großer Diplomat werden, wahrscheinlich nicht einmal ein kleiner, aber ich rede lieber Klartext und Liebe, als mich in Angst zu flüchten.

Ich bedauere euch Angsthasen und Feiglinge, die ihr nur hassen könnt und Liebe negiert. Solange es euch Hassprediger gibt, solange wird es nichts mit Paradies.

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Schöne Jahresend-Feiertage im $CURRENTYEAR!

eine Wortwolke aus den 2016er Schlagzeilen. Gebaut auf tagul.com

Von den Silvester-Grapschereien am Köln-Hauptbahnhof bis zum Anschlag vor der Gedächtniskirche, vom unerwarteten US-Präsidenten Donald Trump bis zu neu erwärmten Zensurbestrebungen um eine “Digitale Charta”: 2016 ist in vielerlei Hinsicht  aus der Zeit gefallen. Ein echter Wendepunkt: Viele Themen und Herausforderungen für 2017 sind bereits gesetzt.

Doch nun tickt die Uhr fürs aktuelle Jahr. Unseren Lesern viel Erfolg beim ‘rübermachen. Auch in $CURRENTYEAR + 1 möchten wir für euch das Wesentliche rund die Digitale Revolution, Netz, Bürgerrechte und den Erhalt persönlicher Freiheiten berichten. Bleibt uns gewogen.

Schöne Feiertage, guten Start …

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Europäischer Gerichtshof urteilt gegen Vorratsdaten

Der Europäische Gerichtshof hat die anlasslose Vorratsdatenspeicherung in der Europäischen Union gekippt. Das meldet die Nachrichtenseite BR24. Voratsdaten, so die Urteilsbegründung, lassen “sehr genaue Schlüsse auf das Privatleben” der Menschen zu. Durch den ständigen Überwachungsdruck für Telefon und Internet könnten Menschen das Gefühl bekommen, dass ihr Privatleben ständig überwacht werde.

“Gesetze zur verdachts- und wahllosen Vorratsspeicherung der Kommunikations- und Bewegungsdaten der gesamten Bevölkerung sind mit dem heutigen Urteil vom Tisch”, glaubt Patrick Breyer, Themenbeauftragter der Piratenpartei für Datenschutz und Kläger vor dem Bundesverfassungsgericht gegen die Vorratsdatenspeicherung.

Auch das deutsche Gesetz zur Vorratsdatenspeicherung verstößt gegen europäische Grundrechte. Mit diesem Urteil erteilt Europa der NSA-Methode einer wahllosen Massenerfassung des Privatlebens unschuldiger Bürger eine klare Absage. Gespeichert werden darf nur unter bestimmten Umständen und Voraussetzungen.

Nur diejenigen Personen dürfen erfasst werden, die in einem Zusammenhang mit schweren Straftaten oder Sicherheitsgefahren stehen können, nicht aber völlig unverdächtige Bürger. Es ist gut, dass einem Innenminister De Maizière, aber auch einem autoritären Staatschef wie Victor Orban, damit eine viel zu gefährliche Massenüberwachungswaffe aus der Hand geschlagen wird.

Nach dem heutigen Urteil verlangen wir von der Merkel-Regierung die sofortige Rücknahme des deutschen Gesetzes zur Vorratsdatenspeicherung. Die EU-Kommission muss Vertragsverletzungsverfahren gegen alle EU-Staaten mit solchen Gesetzen einleiten!”

Denn eine große Hintertüre bleibt nach dem Urteil offen: Bei konkreter Bedrohung der Öffentlichkeit und zur Bekämpfung schwerer Straftaten sind Ausnahmen jedoch weiter zulässig. In Deutschland wurde in 2015 durch die Große Koalition eine bis zu 10-wöchige allgemeine Vorratsdatenspeicherung über alle deutschen Einwohner beschlossen, die spätestens bis Mitte 2017 von den Telekomfirmen scharfzuschalten ist.

 

Links:

Pressemitteilung des EuGH: http://curia.europa.eu/jcms/upload/docs/application/pdf/2016-12/cp160145de.pdf

Urteil des EuGH: https://assets.documentcloud.org/documents/3245181/C-203-15-amp-C-698-15-Arre-T-En.pdf

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Vorratsdaten: Europäischer Gerichtshof urteilt heute

Der Europäische Gerichtshof (EuGH) entscheidet heute, 21. Dezember 2016, in zwei Vorratsdaten-Sachen. Es geht darum, ob Telekomfirmen in Großbritannien und Schweden verpflichtet werden dürfen, die Daten ihrer Nutzer zu speichern. Nationale Gerichte hatten sich deswegen an den EuGH gewendet. Außerdem heute im Gericht: die Schlußanträge zu einer Klage von Patrick Breyer, Datenschutzbeauftragter der Piraten, hier geht es um den Zugang zu Dokumenten.

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