800 Jahre Magna Carta

Am heutigen Tag vor 800 Jahren wurde sie in England besiegelt: die “große Urkunde der Freiheiten”, Magna Carta. Der Weg dahin: Nach ausuferndem Feudalismus kam es zu einer Revolution der Elite. Zwecks Kriegsfinanzierung hatten Einwohner heftige Abgaben zu leisten, der Adel fürchtete wegen Sondersteuern seinen Ruin. 

Das gipfelte in der adligen Belagerung der Königsburg, der Übergabe des berühmten Papiers mit 48 Forderungen und schließlich, am 15. Juni 1215, dem Treff der Streitparteien auf einer Wiese am Themseufer.

Dort also stimmte der König von England, nach vier Verhandlungstagen, diesen Freiheitsrechten für Adlige und auch Einwohnern zu, wie etwa “Kein freier Mann soll verhaftet, gefangen gesetzt, seiner Güter beraubt, geächtet, verbannt oder sonst angegriffen werden; noch werden wir ihm anders etwas zufügen, oder ihn in’s Gefängnis werfen lassen, als durch das gesetzliche Urteil von Seinesgleichen, oder durch das Landesgesetz”. 

Noch heute ist die Magna Carta Rechtsquelle für Großbritannien, dem Land, das immer noch keine Verfassung hat. Für die Entwicklung der Demokratie und Menschenrechte leistete sie wichtige Beiträge. Im Zuge neuerer Entwicklungen, wie Drohnentötungen ohne Prozess oder exzessiver Massen-Überwachung durch angloamerikanische Geheimdienste lässt sich schon die Frage stellen, ob es jetzt nicht ganz aktuell einer Magna Carta 2.0 gegen die Mächtigen bedarf.

Über Stefan Müller

Pirat und Zeitungsmacher.
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