U20: Mit der Jugendpresse zum Fugee-Jubeljournalismus in den Bundestag

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Dieses Jahr vor dem LAGESO leistete Berlin unterprofessionelle Abwicklung der Flüchtlings-Registrierung. Foto: sebaso Creative Commons Attribution-ShareAlike License

Die “Jugendpresse Deutschland” lädt 30 journalismusinteressierte Menschen  vom 24. bis 30. April 2016 zum ihrem Workshop “Eine andere Heimat” in die Hauptstadt. Mitveranstalter sind der Deutsche Bundestag und die Bundeszentrale für politische Bildung.

Vom 24. bis 30. April 2016 werden sich dreißig Jugendliche zwischen 16 und 20 Jahren mit Fragen rund ums Thema Asyl und Migration auseinandersetzen, schreiben die Veranstalter. Die Teilnehmenden treffen Bundestagsabgeordnete, hospitieren in einer Hauptstadtredaktion, lernen die an Skandalen nicht arme Berliner Flüchtlings-Politik kennen und berichten darüber in einem Beitrag in der Veranstaltungszeitung.

Mal schauen, was draus wird: wir freuen uns auf frische, kritische Berichte rund ums Lageso-Chaos, die weitestgehend duschfreien Massenunterkünfte am Tempelhofer Feld oder einen Nachklapp, was aus der “selbstverwalteten Notunterkunft” nach Räumung im September so geworden ist. Falls es die Rahmenbedingungen zulassen, denn die Subventionskohle-Geber halten bei so etwas gerne den Daumen drauf. Wie später bei den Profimedien.

Die Situation in den hektisch neu eröffneten Notunterkünften ist menschenunwürdig, schrieb die Piratenfraktion Berlin im November. Die Versorgung, etwa mit Essen, Hygieneartikeln oder Bettwäsche, wird nur durch den Einsatz von Freiwilligen gewährleistet.

Fabio Reinhardt

Fabio Reinhardt, 2011 – Foto: Ben de Biel Creative Commons Attribution-NoDerivs License

Nach wie vor müssen Menschen wochenlang unregistriert und ohne Informationen in den Berliner Notunterkünften ausharren. Es gibt noch immer keine zentrale Koordinierung von Spenden. Statt endlich langfristige Verträge mit seriösen Hostelbetreibern abzuschließen, setzt der Senat weiter auf die Errichtung von Massenunterkünften.

Ein langfristiges berlinweites Konzept zur Unterbringung und Versorgung von Geflüchteten ist noch nicht mal in Ansätzen erkennbar. “Dieses vollumfängliche Versagen kann mit der Inkompetenz des zuständigen Senators allein nicht mehr erklärt werden. Es drängt sich der Verdacht auf, dass der Notstand politisch gewollt ist. Schließlich werden so Debatten über menschenwürdige Standards und eine humane Flüchtlingspolitik ins Abseits gedrängt,” so Fabio Reinhardt, flüchtlingspolitischer Sprecher der Piratenfraktion.

Näheres zum Workshop im Flyer der Jugendpresse hier. Bewerbungen brauchen entweder einen selbstverfassten Text, einen Audio-/Video-Beitrag oder Foto mit Formular bis zum 28. Februar 2016, das alles hier.

(Mit Material von jugendpresse.de)

Über Stefan Müller

Pirat und Zeitungsmacher.

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