Das politische Buch: Anke Domscheit-Berg: Mauern einreissen

Das politische Buch – Hinterher weiss man mehr als vorher:

ANKE DOMSCHEIDT-BERG MAUERN EINREISSEN-15-05-2014

ANKE DOMSCHEIDT-BERG MAUERN EINREISSEN-15-05-2014

Wer ist Anke Domscheit-Berg? Sie ist Netzaktivistin, EU-Kandidatin der Piratenpartei, Landesvorsitzende in Brandenburg, Frauenrechtlerin, Firmenchefin und vieles mehr.

Zu allererst: Anke Domscheit-Berg ist eine Kämpferin.

Worum geht es in dem neuen Buch von Anke Domscheit-Berg? Darum, die Mauern einzureissen, die uns, sichtbar oder unsichtbar, umgeben.

Darum, Frauen die gleichen Möglichkeiten und Chancen zu eröffnen, wie Männern.

Zu Anfang ihres Buches schildert sie sehr persönlich und eindringlich, wie sie – und viele andere DDR-Bürger – sich mit kleinen Protesten und wachsenden Erkenntnissen in einem unfreien System behaupten konnten. Wo es galt, Zugeständnisse zu machen, oder zu erkennen, wen man trauen konnte.

Der Wechsel privater Erfahrungen und objektiver Einschätzung ist Anke Domscheit-Berg sehr gut gelungen. Dass es in der Wende-BRD und später im aktuellen Deutschland weitere Mauern (oder, wie sie es nennt) „gläserne Decken“ gibt, macht Anke Domscheit-Berg sehr anschaulich klar, wenn sie ihre Situation als Projektleiterin in einem großen Beratungsunternehmen schildert. Egal wie qualifiziert und kompetent, erst einmal wird die Leistung einer Frau in Frage gestellt.

Sie führt dazu Zahlen und Statistiken an, die ihre Aussagen untermauern (Die Flexi-Quote lässt grüssen).

Anke Domscheit-Berg schreibt über die ungerechten Gehaltsunterschiede in Ost-und West, den „Sexismus“ in unserer Gesellschaft, sie geht thematisch dahin, „wo es weh tut“. Politisch steht Anke Domscheit-Berg für „Open Government“ und die Transparenz des Staates seinen Bürgern gegenüber, für die Bürgerrechte und Europa.

Ihr Buch ist immens lesenswert in einer Zeit, in dem entweder „Ossi-Bashing“, oder aber „Ostalgie“ von der Sorte „Es war ja nicht alles schlecht“ immer noch in gewissen Diskussionen vorherrschen.  Denn, es nennt die Fehler und Ungerechtigkeiten beider Systeme beim Namen. Dadurch zeigt es Lösungsmöglichkeiten, um den Status Quo nachhaltig zu verbessern.   Die Mischung aus Lebenserfahrung und daraus resultierenden Ein- und Aussichten regen mich zum Nachdenken an.  Ferner ist ihr Buch gut geschrieben und trotz ernster Themen schimmert in ihren persönlichen Erinnerungen auch eine humorvolle Seite durch.   Chapeau!

Timecodex CC BY NC ND

 

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