Gesichtserkennung: Die 1000 Augen des de Maiziere

Terror tut dem Überwachungsstaat gut: Bundesinnenminister Thomas de Maiziere instrumentalisiert ein paar Terroropfer zwecks noch mehr Bevölkerungsbespitzelung. Die ausufernde Videoüberwachung soll nun auch Gesichter erkennen können. Laut Medienberichten sagte der Minister: “Ich möchte eine solche Gesichtserkennungssoftware an den Videokameras an Flughäfen und Bahnhöfen einsetzen“. Um das zu rechtfertigen, weist er darauf hin, dass es bereits Gesichtserkennung für Privatleute gibt, und relativiert so sein Orwell-Projekt.

Noch mehr Daten aus “Sensoren” für die staatliche Überwachungsmaschinerie. Freilich muss da noch viel passieren: es braucht hochauflösende Kameras, dicke Leitungen für die hochauflösenden Daten, mehr Speicher etc. pp. – mehr Technik, schlecht und eher schlampig gesichert, und in sich selbst ein Sicherheitsrisiko, denn wer weiß, wer alles an die Daten dieser permanenten Rasterfahnung herankommt.

Wenn sie erstmal scharfgeschaltet ist, dauert es nicht mehr lange, bis alle möglichen Ämter an die hinterlegten Bewegungsprofile herankönnen. Immer wieder gutes Beispiel: die Kontenabfrage. Man fühlt sich an das übergriffige INDECT-Projekt erinnert. Wo bleibt der Aufschrei?

http://www.heise.de/newsticker/meldung/Anti-Terror-Massnahmen-De-Maiziere-will-Gesichtserkennung-im-Bahnhof-3301256.html

Über Stefan Müller

Pirat und Zeitungsmacher.
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2 Kommentare zu Gesichtserkennung: Die 1000 Augen des de Maiziere

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